Samadhizustand – Berichte aus Indien von Fakiren und wissenschaftliche Erklärungen dieser Erscheinung.

 

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Der Samadhizustand lässt Lebewesen scheinbar leblos ohne Luft und Nahrungszufuhr eine unbestimmte Zeit lang überdauern. Diesen Zustand herbei zu führen ist gerade in einigen Regionen Asiens erhalten geblieben. Dokumentierte Berichte über Fakire, die in Indien, sich von gut situierten Kolonialherren über längere Zeit eingraben ließen habe ich in dem Buch von Carl du Prel – Studien auf dem Gebiet der Geheimwissenschaften 1890 – gefunden.

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Aktuelles Beispiel des Samadhies von dem Hambo Lama Daschi-Dorho, der seit 1927 in einem Kloster in Tibet diesen Zustand beibehält.

 

Ein Abschnitt aus dem Werk von Carl du Prel wird hier veröffentlicht . Zuerst folgen einige Fallbeispiele von Fakiren die sich eingraben oder einmauern ließen danach welche Vorbereitungen und körperliche Veränderungen vorgenommen werden  und anschließend wird die Erscheinung des Samadhis naturwissenschaftlich anhand von Experimenten bzw Studien von zb. an Tieren erklärt.

Wir beginnen auf Seite 47 der PDF-Datei. Viel Spaß beim lesen und bitte entschuldigt eventuelle Rechtsschreibfehler, gerade beim französischen Wörtern.

Diesen Fakir ließ der Maharadscha an seinen Hof rufen und erklärte ihm, das alle Vorsichtsmaßregeln gegen eventuellen Betrug getroffen werden würde. Der Fakir, seiner Sache sicher, ließ sich nicht entmutigen und führte seinen Scheintod herbei. Als jeder erkennbare Lebensfunke aus ihm gewichen war, wurde er in Gegenwart des Fürsten und seiner Großen in die Leinwand genäht, worauf er gesessen hatte, und in eine Kiste gelegt, an die der Fürst selbst sein Schloss hing. Im Garten eines der Minister, außerhalb der Stadt, wurde nun diese Kiste vergraben, über das Grab Gerste gesät, rings herum eine Mauer aufgeführt und Wachen hingestellt, die regelmäßig abgelöst wurden. Am verzigsten Tag fand sich der Fürst, begleitet von Ministern, dem General Ventura, einigen Engländern und einem Arzte, wieder ein, die Kiste wurde ausgegraben, der Fakir lag kalt und starr darin. Durch Anwendung von Wärme auf den Kopf, Einblasen von Luft durch den Mund und Reibung des Körpers wurde er bald in´s Leben gerufen. Die angeregte Thatsache war also vollständig konstantiert. Bei dieser Gelegenheit gab nun der Minißter die Versicherung ab, das er diesen Fakir einst vier Monate unter Erde gehabt, am Tage des Begräbniss hätte er ihm den Bart scheeren lassen, und bei der Ausgrabung sei das Kinn so glatt gewesen, wie am Begräbnisstage. Endlich berichtet von dem selben Fakir auch das Kalkutta-Journal für Medicin vom Jahr 1835, das das Experiment mit ihm mehrmals, einmal auch von den Engländern, vorgenommen wurde, wobei der Fakir das Aufhängen der Kiste in freier Luft dem Begräbnis vorzug, weil er im Erdboden den gefräßigen Ameisen ausgesetzt zu sein fürchtete.
Honigberger sagt, das die Fakire, um den Scheintod herbei zu führen, das Bändchen unter der Zunge zerschneiden, wodurch sie befähigt werden, dieselbe so tief in den Rachen zurücklegen, das damit die inneren Nasenhöhlen im Rachen ganz verschlossen werden. Die äußeren Nasenlöcher und die Ohren werden mit Wachsstöpfeln verstopft, die Augen verdeckt. Uebrigens sind längere Vorübungen in Bezug auf das Zurückhalten des Atems nötig. Der Verdauungsprozess muß vorher auf ein Minimum beschränkt werden, der Fakir nimmt einige Tage zuvor ein Purgirmittel, und lebt dann nur noch von spärlicher Milch. Vor den Begräbnis schlingt er einen langen Leinwandstreifen hinab, womit der Magen ausgeputzt wird, und reinigt die Gedärme durch gründliche Ausspülung mit Wasser. Bei der Wiederbelebung wird zunächst die Zunge aus dem Hintergrund des Rachens hervorgezogen, Luft wird in die Lungen eingeblasen, wodurch die Stöpsel aus den Nasenlöchern mit Gewalt hervorgetrieben werden; allmählich fängt der Fakir an, zu atmen, öffnet die Augen, kommt zum Bewustsein und ist bald frisch und munter.
n viermonatlicher Aufenthalt unter der Erde keine Verwesung bringt, so kann die Zeit. welche ausgehalten werden kann, nicht wohl vorweg bestimmt werden. Honigberger erwähnt einen Bericht, demzufolge ein Fakir 100 Jahre lang im Grab verblieben sei und nach der Erweckung Vieles aus alter Zeit erzählt habe, welche Behuptung für unmöglich zu erklären Honigberger sich nicht entschließen kann, so sehr er auch überzeugt ist, das seine aufgeklärten Kollegen, die deutschen Aerzte, ihn belächeln werden, Er erinnert an gewisse Sagen aus dem grauen Alterthum, zum Beispiel das Erwachen des Epimendes, der nach vierzigjährigen Schaf in eine ganz veränderte Welt eintrat.
Um nun die physiologische Möglichkeit der Sache einzusehen, müssen wir verwandte Erscheinungen aus den anderen Gebieten suchen.
Braid, der in neuerer Zeit vielgenannte Entdecker des Hypnotismus, weißt in seiner „Beobachtung über Katalepsie“ auf den Scheintod und den Winterschlaf der Thiere als Analoge Erscheinung hin. (Der Hypnotismus. Ausgewählte Schriften von Braid)
Braid berichtet zwei Fälle, die ihm von einem diplomatischen Agenten am Hofe von Lahore und einem Major, der lange in Indien gelebt, mitgeteilt wurden. Es scheint, das sich im ersten Bericht eben um jenen Haridas handelt, der sich zu mehrfachen Versuchen hergab. Runject-Singh, der Fürst von Lahore, hatte zwei Kompagnien seiner Leibwache in die Nähe des Grabes gelegt, und vier Posten mit zweistündiger Ablösung hielten Wache. Bei Eröffnung des Grabes fand man Siegel und Vorlegschloß in Ordnung, der Fürst und der Erzähler – Sire Claude Wade – stiegen hinab und fanden den Fakir in dem schimmelig gewordenen Sack. Arme und Beine der Gestalt waren runzelig, der Kopf ruhte auf der Schulter wie bei einer Leiche. Der Arzt fand keinen Puls, weder in der Herzgegend, noch an Schläfen und Armen. Der Fakir wurde nun mit Wasser übergossen, die steifen Glieder gerieben und ein heißer Teig aus Weizen ihm auf den Kopf gelegt. Aus Nase und Ohren entfernte man Baumwolle und Wachs, womit sie verstopft waren, trennte durch ein eingeschobenes Messer mit großer Mühe die Kiefern, und zog die Zunge hervor, die wiederholt in die aufwärts gekrümmte, gewohnte Stellung zurückfuhr. Man rieb sodann mit zerlassener Butter die Augenlider, die sich bald öffneten und ein glanzloses, unbewegliches Augen sehen ließen. Bald wurde der Körper konvulsivisch bewegt, Puls und Athem stellten sich ein und die Glieder begannen die natürliche Fülle anzunehmen. Die Augäpfel traten hervor, erhielten ihre ursprüngliche Farbe, und als nun der Fakir den Fürsten neben sich sitzen sah, waren seine ersten, kaum verständlichen Worte: „Glaubst Du mir nun?“ Der Fürst bejahte die Frage und beschenkte den Fakir mit einem Perlenhalsband, goldenen Armbändern und einem Ehrenkleide. Von Eröffnung des Grabes bis zum Erwachen des Fakirs war eine halbe Stunde verstrichen, und nach einer weiteren halben konnte er, wenn auch mit schwacher Stimme, mit seiner Umgebung sprechen. Interessant ist auch noch die Bemerkung, das bei einem späteren Begräbnisse desselben Fakirs – und dieses scheint der von Honigberger erzählte Fall zu sein – der Kasten verschlossen und versiegelt in die Höhlung gebracht und Erde darüber geworfen wurde, die festgestampft den Kasten auf allen Seiten umgab, worauf Gerste gesät wurde. Endlich ließ Runjeet-Singh, obwohl das Grab ohnehin beständig bewacht war, dasselbe in der Zwischenzeit zweimal unvorhergesehen öffnen, wobei der Fakir, anscheinend vollständig leblos, in derselben Stellung gefunden wurde, wie er begraben worden war.
Der zweite Fall, den Braid erzählt, ist dem Reißewerk eines englischen offiziers “ Bericht über eine Reise in Raiwarra im Jahre 1835″ entnommen. Es handelt sich dabei um einen etwa dreißigjährigen Fakir, der im Lande herumreiste und sich von Jedem, der ihn reichlich bezahlte, auf Wochen oder Monate eingraben ließ. Dieser Fakir wurde in ein kleines Steinhaus verbracht, in dessen Bodenfläche noch eine Grube gegraben worden war. Die Höhlung war ausgemauert und mit zwei schweren Steinplatten bedeckt. Darauf wurde die Türe des Steinhauses zugemauert und eine Wache davor gestellt. Nach 4 Wochen fand man den Fakir, wie er hineingelegt worden war, die Knie an das Kinn gedrückt, mit eingesunkenen Bauch und so fest aufeinander gedrückten Zähnen, das man mit einem eisernen Instrument den Mund gewaltsam öffnen muste, um Wasser einzuträufeln. Allmählig kam der Fakir zum Bewustsein und fing leise zu sprechen an, war aber bald so munter, das er gleich wieder auf ein volles jahr sich begraben lassen wollte, wenn es dem Fürsten gefiele…

Professor Preyer in seiner Schrift “ Erforschung des Lebens“ sagt ebenfalls, das mehrere Fälle dieser Art amtlich konstantiert seien, und berichtet ausführlich über die Vorschriften, die von Fakiren befolgt werden, wenn sie sich lebendig begraben lassen.
Das das Leben trotz Entziehung der äußerlichen Lebensbedingungen sich erhalten kann, dafür sprechen mehrfache Erscheinungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Man hat Samenkörner aus römisch äqyptischen und peruanischenn Gräbern entnommen, gesät und sie sind aufgegangen. Samen kann also Jahrtausende lang keimfähig bleiben. Man hat fernen völlig vertrocknete oder eingefrorene organisierte Wesen durch Zufuhr von Wasser und Wärme wieder ins Leben gerufen. Henry Backer sah solche nach siebenundzwanzig Jahren durch Anfeuchten wieder aufleben, und Spallanzani machte elfmal dieselben Rotiferen (Rädertierchen) durch Eintrocknen leblos und belebte sie wieder durch Anfeuchten, und zwar benützte er dazu das Bärthierchen, welches Nerven, Musklen und Augen besitzt, also schon ziemlich hoch organisiert ist. Donere erhitzte Rädertierchen auf 153°C und trocknete sie über Schwefelsäure vier Wochen lang, sie kamen aber durch Anfeuchten wieder zum Leben. Fische, Frösche und Blutegel, die man durch Temperaturerniedrigung hart gefroren hatte, lebten nach mehreren tagen durch Wasserzufuhr wieder auf. (Fischer: Das Princip der Organisation). Es verdient erwähnt zu werden, was ich einst irgendwo über Abbe Prevost d Exiles, den Verfasser von  “ manon Lescaut“, las, das derselbe bei einer winterlichen Fuswanderung durch die Ardennen erfroren gefunden und in den nächsten Ort gebracht wurde, der Chirug nahm an der vermeintlichen Leiche die Sektion vor, wobei Prevost erwachte und an Verblutung starb. Unter diesen Umständen ist der Vorschlag von Preyer wohl gerechtfertigt, zwischen Leben und Tod noch einen dritten Zustand, den der Leblosigkeit (Anabiose) einzuschieben.
Man kann den Winterschlaf der Tiere, wobei diese ohne Atmen, bei minimalen Herzschlag in Erstarrung liegen, in der man sie sogar unter Wasser tauchen oder in gefährliche Base legen kann, (Preyer: Erforschung des des Lebens) offenbar nicht Leben nennen, aber ebensowenig Tod, da keine Verwesung eintritt. Auch hat man schon häufig im Gestein Tiere eingeschlossen gefunden, zum Beispiel Kröten, die nach sicherer Berechnung Jahrhunderte lang geschlummert haben mussten, befreit aber wieder zum Leben erwachten. Es gibt demnach einen der Zustand der Anabiose, wobei Bewustsein und Lebensfunktionen zum Stillstand gebracht sind, eine latente Lebensfähigkeit aber bleibt, das Leben ist erloschen, ohne das doch der Tod eingetreten wäre. Diesen Zustand willkürlich herbeizuführen, ist die Kunst der Fakire.

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