Das Regenwürmersanatorium – Victor Schauberger

Regenwürmersanatorium- Victor Schauberger

Justus von Liebig hat die sogenannte Kunstdüngung entdeckt und
damit der deutschen Wirtschaft unbewußt einen schweren Schaden
zugefügt. Es handelt sich dabei nicht um einen Fruchtstoffdünger,
sondern um eine Reizstoffzufuhr, die in besonders schädlicher Wir-
kungsweise in Hochofenschlacke steckt, die man auf diese Weise gut
zu verwerten glaubte.
Die Kunstdüngerzufuhr verursacht ein Absinken des Grundwasser-
spiegels, soweit es sich nicht um Höhlendünger, vegetabilischer Ver-
rottungsstoffe eingegangener Höhlentiere handelt. Die Erklärung hier-
für ist einfach Die in den Schlacken steckenden unverbrennbaren
Überreste katalysatorischer Beiwerte, die jeder Organismus zur Aus-
lösung der Stoffwechselvorgänge unbedingt braucht, wurden durch
den vernichtenden Feuereinfluß nahezu vollkommen entspannt. Sie
wirken dadurch wie Magnete und rauben mit der gleichen Kraft, als
ihnen das Feuer die Fruchtstoffbeiwerte raubte, dem Grundwasser ju-
stament die Aufbau- und Antriebsstoffe. Ohne diese ist die Erhaltung
der Gleichgewichtslage am Steilhang überhaupt nicht möglich.
Die Pulsationen des Grundwassers, die Bewegungsanstöße, die das
Blut der Erde für die Stoffwechselvorgänge braucht, sind biologische
Folgen kalter Oxydationsvorgänge. Sie erzeugen die Gegenkraft der
körperlichen Schwere, die bisher unbekannt gewesene “Levitations-
kraft”, wodurch es durch weitere Ausgleiche zwischen gravitierenden
und levitierenden Grundstoffbeständen kommt und damit zu einer
Vermehrung und zugleich zu einer Qualitätssteigerung. Durch weitere
Ausgleiche kommt es zu den Schwingungen, die man allgemein
Pulsation nennt, ohne jedoch die Ursachen und Bedeutung dieser Be-
wegungauslösungen zu kennen.
Die katalysatorischen Reizwerte, fälschlich Düngerstoffe genannt,
wirken ähnlich wie Kokaininjektionen. Es kommt zu einem kurzen
Aufblühen und dann ist alles zu Ende. Das Ende läßt sich nur noch
hinausschieben durch immer stärkere Reizinjektionen. Das ist die
Wirkung der aus Hochofenschlacke stammenden, bodenzerstörenden
Kunstdüngerstoffe.
3Um diese Behauptung zu verstehen, wird hier kurz die Art und der
Zweck naturrichtig angelegter Komposthaufen aufgezeigt, in denen es
keine Verwesungsvorgänge (warme Oxydationsvorgänge), sondern
nur Verrottungsvorgänge gibt, in der Zeit, wo es sich um den Aufbau
der Fettstofflieferanten handelt. Es erfolgt in edelster Art der wirkli-
che Fruchtstoffnachschub und eine ca. dreißigprozentige Ertragsstei-
gerung ist laufend und nachhaltig die biologische Folge dieser besten
und billigsten Düngungsart.
Der beste und billigste Lehrmeister ist und bleibt die Natur. Sie
sorgt dafür, daß jedes Lebewesen den sogenannten Feind hat, der es
mit Vorliebe verzehrt. So hat die Gans ihren Fuchs, die Fliege ihre
Spinne, die Maus die Katze oder die Schlange und diese wieder den
sie liebenden Bussard. Und alles, sei es Mensch, Tier oder Pflanze,
verzehrt zum Schluß die gute alte Erde wieder, um sich selbst zu ver-
jüngen und damit das der Selbsterneuerung zuzuführen, das als das
“Nachkommende” auf diesem Misthaufen kreucht und fleucht und
keine Ahnung hat, warum es eigentlich lebt, Lieblingsspeisen hat oder
als Lieblingsspeise dient.
Dieser ganze Erdenmist und alles was in ihm kreucht und fleucht ist
nichts anderes als entwicklungsfördernder Rohstoff. Er zerfällt aber
nicht in Staub und Asche und verendet sinn- und zwecklos, sondern
ist ein hochwertiger Übergangswert, wenn er durch kalte Oxydations-
vorgänge im lichtlosen Schoße der Erde entsteht und nach mancherlei
Umwegen wiederum aufersteht. Jedoch ist das dann auch nur wieder
ein zurückbleibender Abfallstoff, der durch entgegenfallende Licht-
einflüsse und konzentrierende Wärmeeinflüsse erstarrt und das ist, das
uns im Frühling in voller Blütenpracht wieder als blühender Mist er-
freut.
Was wirklich aufersteht, das wirklich Wertvolle, können wir mit un-
serem gewöhnlichen Auge gar nicht mehr wahrnehmen, sondern nur
durch das Innere Schauen gefühlsmäßig erfassen.
Alle Krankheitserscheinungen, besonders die des Magens und des
Darmes sind mehr oder weniger gefährliche, krebsartige Zerfallser-
scheinungen. Es sind die biologischen Folgen von zerstörenden Ar-
beitseingriffen, welche die metaphysischen Fortentwicklungsvorgänge
ausschalten, die sonst unmittelbar nach Eintritt des Todeszustandes
einer organischen Substanz eingeleitet werden.
Die meisten Menschen verstehen und begreifen darum auch nicht,
daß die Natur sich nur so dessen wieder entledigen kann, das den Stö-
renfried in dieser wunderbaren und ewigen Selbsterneuerung spielt
und haben deshalb keine Ahnung, warum sie vorzeitig zu einem
schmerzvollen Tode verurteilt werden. Sie richten sich buchstäblich
mit dem hin, daß sie sich im eigenen Schweiße selbst erzogen haben
und dann noch Fortschritt nennen.
Hoffentlich gelingt es nach diesem entsetzlichen Kriege, dessen
Auswirkungen wir noch lange zu spüren bekommen, daß in einem
neuerstandenen Österreich, das kein “Klösterreich” sein darf, dieser
entsetzliche Selbstbetrug ein Ende hat.
Wenn hier der Ausdruck “Klösterreich” gewählt wurde, dann nur
deshalb, um auf die schweren Fehler hinweisen zu können, welche
auch die Kirche macht. Sie erweckt und hegt den Glauben, daß es die
“Armen Seelen” sind, die nach Eintritt des Todes in den Himmel, in
die Hölle oder in das Fegefeuer fahren. Die Kirche versteht mit ihrem
herkömmlichen Glauben den Sinn und Zweck allen Körperaufbaues
nicht. Genau so wie diejenigen, die in der Landwirtschaft den Unter-
schied zwischen Frucht- und Reizstoffen nicht verstehen und letzten
Endes sich und ihre Mitwelt um die wirklichen Daseinsfreuden be-
wußt oder unbewußt betrügen.
Was in höhere Zonen vergeht, geht den jenseitigen Entwicklungs-
weg weiter. Es erscheint vorübergehend zwar nicht mehr in dem Be-
reich des sich über uns Wölbenden, ist aber vorhanden. Was als ab-
geworfener Ballast wieder in uns einfällt, ist der Abfall, der durch
Umbau wieder aufgewertet werden muß. Für die Levitation ist es eine
Unratbefreiung, um sich wieder eine Stufe höher schwingen zu kön-
nen. Hat sie schließlich ihr Ziel, den höchsten Wendepunkt im relativ
höchsten Spannungszustand erreicht, muß sie sich wieder mit dem
ausgleichen, das am anderen Ende den re-entwickelten Tiefpunkt er-
reichte. Dann kann der Auferstehungsrummel wieder von neuem be-
ginnen, welcher wieder der Vermehrung der rohstofflichen Gebilde
und dem aus diesem entspringenden Qualitätsstoffaufbau dient.
Das “Ewig-Weibliche” oder das “alles Hinanhebende”, wie Goethe
die gegenstrahlenden Produkte der Erde nannte ist das Gegenteil des-
sen, das wir das “Gravitierende” nennen. Ohne die in vielen Abstu-
fungen wirkende Auftriebskraft könnte es auch die sogenannte
Schwerkraft in den verschiedenen Abstufungen nicht geben. Il primo
motore wird durch il primo movere bewegt, wodurch dann wieder il
primo motore in vermehrter und qualitativ verbesserter Übergangszu-
standsform aufersteht. So kommt es dann, daß alles Lebende sich be-
wegt und alles Bewegende neuerlich belebt.
Die Biomaschinen, die dieses Perpetuum mobile kopieren und den
hier gemeinten Qualitätsstoffsamen maschinell erzeugen, können jetzt
hergestellt werden. Da es aber keinesfalls leicht ist und es noch ge-
raume Zeit dauern kann, bis die letzten Widerstände derer überwun-
den sind, die durch naturunrichtige Arbeitsvorschriften diese entsetz-
lichen Zustände verschuldet haben, muß man sich vorderhand mit dem
“Regenwürmersanatorium” begnügen, das nun näher beschrieben
werden soll.
Bisher war es Sitte und Brauch, Misthaufen und Komposthaufen
anzulegen, in denen Abfälle aller Art verwesen oder wie man allge-
mein sagt, verfaulen. Diese Verwesungsprodukte werden dann müh-
sam auf die Felder gebracht, ausgestreut und sodann sorgfältig einge-
pflügt. Dann glaubt man weiß Gott wie gut seinen Nährboden behan-
delt zu haben.
Gewiß, es wächst besser. Man fragt ja nicht, was aus diesen Pro-
dukten herauswächst. In den Mist- und Komposthaufen gehen warme
Oxydationsvorgänge vor sich. Sie täuschen einen Düngeeffekt vor
und erhalten lange Zeit einen sich kaum ändernden Bodenertrag, je-
doch keinen Mehrertrag und vor allen Dingen keinen Qualitätsfort-
schritt, weil in diesen Böden dasjenige fehlt, das Goethe das “Verbin-
dungsband” nannte.
Ganz andere Mehrerträge und vor allen Dingen Qualitätsfortschritte
werden erreicht, wenn in einem naturrichtigen Komposthaufen, in
dem frische Abfallstoffe verrotten, kalte Gärungsprozesse den Wie-
deraufbau einleiten können. In diesem Falle entstehen keine Fäul-
nisprodukte und keine pathogenen Bakterien, sondern Apathogenes,
das man auch die Gesundheitserreger nennen könnte.
Das Raubtier des Gesundheitserregers sind die im warmen Oxydati-
onsprozeß entstandenen pathogenen Bakterien, die genau wie wir den
guten und gesunden Nahrungsstoff lieben. Sie leben auf Kosten des
Bodenertrages, werden immer anspruchsvoller und zahlreicher, um
dann als eine die Krankheit auslösende Ursache in einem höheren Or-
ganismus zu erscheinen. Dort führen sie sich dann ihre Lieblingsspei-
se in aller Ruhe zu Gemüte und leiten den Abgang dieses Organismus
ein. Der ahnungslose Arzt verordnet dann noch Bettruhe und macht
sich alle Mühe, das zu vergiften, das ihm schädlich erscheint. Ist er
besser als der Landmann, der mit seinen Giftsprühmaschinen über den
Acker fährt, um “Schädlinge” zu vernichten?
Im Schweiße seines Angesichtes züchtet der Bauer selbst die Feinde
seiner Ernte in seinem Misthaufen. Wie lang wird einmal sein Gesicht,
wenn er erfährt, daß ihm in Schule und Kirche das genau “Verkehrte”
eingetrichtert worden ist, das die Ursache aller Krankheiten und letzt-
lich die Ursache der Vertreibung aus dem Paradiese ist.
Unter einem in der Nähe des Feldes stehenden, möglichst breitkro-
nigen Tief- oder Herzwurzler – am besten unter einem Obstbaum –

Regenwurmerdkompost- Schauberger

wird im Schattenbereich der Krone eine halbkreisförmige Grube so
angelegt, daß die Baumwurzeln nicht beschädigt werden.
Der Baumstamm wird mit Papier, Rinde usw. vor einer direkten
Verbindung mit der Komposterde geschützt, wodurch nach dem Ver-
wesen infolge der an dieser Stelle unvermeidlichen Lichteinfälle, aus
dieser Schutzhülle ein diffuser Luftschacht entsteht. Dann wird eine
zweispannhohe Schicht (40-50 cm) frischgemähtes Gras mit mög-
lichst unterschiedlichen Abfallstoffen aller Art, wie z. B. Kartoffel-
schalen, Obstschalen usw. in möglichst frischem oder lufttrockenem
Zustande unter Beimengung von Fruchtstengeln zerhackt. Es folgen
dann noch Beimengungen von Blättern oder Stroh, die von Edel-
fruchtkörpern stammen, die man gezogen hat und später wieder ziehen
will. Dabei ist ein Fruchtwechsel auf dem Felde notwendig, weil es
immerhin längere Zeit dauert, bis der Umbau im Boden erfolgt ist.
Diese unterschiedliche und gut vermischte Grasschicht wird nun mit
oligodynamischen (zerfallerregenden) und katalysatorischen (aufbau-
erregenden) Kupfer- und Zinkstaubbelag versehen. Das geschieht am
besten durch Abfeilen alter Kupfer- und Zinkreste, wobei schon mi-
nimale Mengen genügen, um den Boden mit anreizenden Spurenele-
menten zu versehen. Spurenelemente sind diejenigen Erstarrungspro-
dukte, die als positive und negative Metalle und Minerale die Fährte
(Spur) des Höhergegangenen anzeigen. Etwas Salz und ganz geringe
Mengen von Rohzucker wirken später als edelste Kohlenstoffrückläs-
se Wunder. Dann wird das ganze in der Grube fest zusammengetreten,
mit einer Schicht Erde versehen und gut wasserdicht abgedeckt, damit
kein Regenwasser eindringen kann. Die Gräber hoher Kirchenfürsten
liegen oft hinter Westseitmauern und meist noch unter einem Schutz-
dach. Der Leichnam wird dadurch vor Verwesung geschützt, die auch
in der Erde durch zu starken Regeneinfall (Sauerstoffüberreicherung)
ausgelöst wird, anstatt dem Verrottungsvorgang unterworfen zu sein.
Die großen Künstler, naturnahe Menschen, lassen sich mit Vorliebe
das Grab mit einem flachen Naturstein überdecken, wie es die Nürn-
berger Gräber zeigen.
Nun wird der Komposthaufen solange sich selbst überlassen, bis
wieder frische Abfallstoffe anfallen, die wieder mit frischem Gras und
sonstigen Überresten von Feldfruchtkörpern vermischt, die neue Auf-
lage ergeben. Darauf kommt wieder eine spannhohe (etwa 20 cm)
Erdschicht, die mit möglichst fremdem Kieselsand (feinkörnig), am
besten aus einem Bachbett, vermischt wird.
So folgt Schicht um Schicht, wenn sich in der Zwischenzeit die
Auflagen etwas gesetzt haben. Je höher der Haufen wird, um so klei-
ner wird der Radius, so daß zum Schluß ein eiförmiger Komposthau-
fenkörper (ein Protoplasma) naturrichtiger Spannungsform entsteht.
Dann wird das Luftloch oben mit abgefallenem Laub leicht verstopft,
das Ganze mit der Schaufelbreitseite glattgeklopft, damit der vom
Baum fallende Regenstaub nur über die Oberfläche streichen und die
nun wichtige Oberflächenspannung aufbauen kann.
Nach dem Blattabfall der Bäume wird der ganze Eikörper mit die-
sem zugedeckt, weil nun der Komposthaufen warm zu werden be-
ginnt. Es ist ein Zeichen, daß der winterliche Stoffwechsel eingesetzt
hat. War den Sommer über dieser Haufen ein kühles Sanatorium für
die Kleinhöhlentiere, die die Erde besonders liebt und die in diesem
Sanatorium besonders üppig gediehen und sich unheimlich vermehr-
ten, so beginnt mit dem vorerwähnten Stoffwechsel ein großes Re-
genwürmersterben.
Das Gewicht der Regenwürmerleichen beträgt in einem 3 Meter
breiten und 5 Meter hohen Edelkomposthaufen ungefähr eine halbe
Tonne und darüber, die nun unter dem neuen Stoffwechseleinfluß zer-
fallen. Vor ihrem Ableben verteilen sich die gierig Luftsauerstoff su-
chenden Tiere im ganzen Komposthaufen, so daß eine gute Vermi-
schung erfolgt.
Im Spätwinter, wenn es draußen schon ab und zu warm zu werden
beginnt, wenn schlecht gelegte Wasserleitungsrohre gesprengt wer-
den, wird der Boden plötzlich kalt. Das ist der Zeitpunkt, in dem der
eigentliche Aufbau beginnt, d. h. die verflüssigten Regenwürmerlei-
chen z. T. in ätherische Öle umgewandelt werden, aus denen im weite-
ren Verlauf die aufbauenden Bodenenergien entstehen, die der fett-
werdende Boden bindet.
Zeigt das Thermometer + 4° C an, dann blüht der Komposthaufen.
Diese Blütezeit ist nach etwa ein bis zwei Wochen vorüber. Dann ist
der Aufbau fertig und der Komposthaufen ist gar. Er ist vollkommen
bakterienfrei, weil sich alles in bakteriophage Edelwerte, in “latenter”
Übergangszustandsform um- und aufgebaut hat. Der ganze Nährboden
ist mit Edelkeimstoffen gespickt. Man könnte diese Übergangspro-
dukte auch die Vitamine A, B oder C nennen, da es sich um edelste
Energiekonzentrationen ehemaliger Frucht-, Befruchtungs- und Trä-
gerstoffüberreste handelt, oder um die spezifisch höchstverdichtete
Edelraumkonzentration, den Edelstoffsamen. Man könnte sie auch die
organische Dreieinigkeit nennen, die nun ihre Dreifältigkeit, ihre
Wiederentfaltung erwartet.
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um den Edelkompost mit einer
rostfreien Schaufel, einer Kupfer- oder Bronzeschaufel, auf das zu
pflügende Feld zu streuen. Es kann auch eine Holzschaufel sein, an
der vorne eine Kupferleiste angebracht ist. Es genügt eine etwa l/2 cm
dicke Streuschicht. Sie kann aber auch noch dünner sein, weil unge-
heure Werte in diesem flaumigen, wohlriechenden, fettigen Boden
stecken. Der Edelkompost muß möglichst rasch eingepflügt werden,
um ihn vor direkten Sonnenstrahlen und deren entladenden Einwir-
kung zu schützen.
Auch der Pflug soll rostfrei sein, um die gefährliche Rostschleier-
bildung, das Kindbettfieber des nun gebärenden Bodens zu vermei-
den. Für die Eggenzähne gilt dasselbe. Dann wird gesät. Wer noch
etwas mehr tun will, besprengt den Boden mit dem naturrichtigen
Edelwasser und kann dann in aller Ruhe die Früchte seiner naturnahen
Vorarbeit abwarten. Kein Ungeziefer zeigt sich, Unkraut ist kaum zu
sehen. Was üppig aufwächst ist edelste Frucht und der Baum, der den
Komposthaufen schützte, biegt sich im Herbst unter der Last wurmlo-
ser Früchte.
Die oben erwähnte 30prozentige Mehrernte und die bedeutend ver-
edelte Qualitätsernte ist nachhaltig. Sie ist für dauernd nachhaltig,
wenn immer Fruchtkörperüberreste, Stengel, Blätter usw. statt ver-
brannt zu werden (siehe das sinnlose Verbrennen von Kartoffelkraut)
in den wieder sofort angelegten Edelkomposthaufen kommen. Dann
kann man sich zu dem Überertrag auch das Rastenlassen des Bodens
ersparen, also die ganze Ackerfläche laufend unter dem Pflug halten.
Wichtig wäre noch, die sogenannte “letzte Ölung” zu erwähnen,
womit das Fruchtölstäuben des Hartkornsamens (Getreidesamen) kurz
vor der Aussaat gemeint ist. Damit überzieht sich der Samen mit einer
ungemein feinen Diffusionsschicht, die nur Edelstes in das unter der
Erde liegende Saatkorn einfallen und ausfallen läßt, wenn dieser Vor-
gang an kühlen, schattigen Tagen im trockenen Speicher vorgenom-
men wird.
Nun eine kurze Beschreibung, was sich dann im Boden tut. In ei-
nem gutgemischten Walde ist das bunte Über-, Unter- und Nebenein-
ander das tiefe Wachstumsgeheimnis. Dasselbe ist auch im Felde der
Fall, wo auf die unterschiedlichen Kronen- und Wurzelunterschiede
das Hauptaugenmerk aus folgenden Gründen zu legen ist: Jedes Kro-
nensystem hat seinen besonderen Stengel und sein besonderes Blatt.
Ebenso unterschiedlich sind die Wurzelsysteme. Jede Wurzelspitze
hat für sich sein Fruchtstoffsäckchen, sein Protoplasma, in dem die
Geschlechtswerkzeuge der positiv gespannten Atmosphäre stecken.
Jeder Lufthauch, auch durch Spannungsunterschiede entstanden, hat
ein leichtes Rühren dieser Sonnenenergieüberträger zur Folge. So
kommt es zu einer Reizung des gesamten Wurzelbereiches, weil die
Bäume mit einem flachen Wurzelbereich in andere Zonen reichen als
z. B. die Tief- oder Herzwurzler. Die negative Hochspannung erfährt
einen Pulsationsanstoß, der dann zu einem Energiestoffausgleich
führt.
Die Entladungen aus den Spitzen der Wurzeln rühren zur sofortigen
Aufgeburt von Grundwasser. Im Innern der Pflanze geht die Entla-
dung der befruchteten Protoplasmasäckchen der Wurzelspitzen mehr
oder weniger lotgerecht vor sich. Je näher sie unter den direkten
Licht- und Wärmeeinfluß kommen, um so tromben- oder kelchartiger
wird deren Entfaltung. Was minderwertig ist, muß unter dem entspan-
nenden Doppeleinfluß erstarren und bleibt als das zum Vegetieren be-
stimmte zurück. Nur das Edelste geht hoch, wobei bei Austritt in das
freie Licht abermals eine Absonderung und Erstarrung erfolgt. Es bil-
den sich die Höherwachstumstriebe.
Die mehr minderwertigen, sich früher ausbreitenden Energiestof-
fausfälle breiten sich knapp über dem Stammhalsansatz aus, in dem
die besten Rücklässe bleiben. Daher ist auch z. B. dort im Baume das
festeste Holz zu finden. Das ist eine weise Einrichtung der Natur, weil
der Stock bei der Ernte zurückbleibt. Darum verbleiben die zur
Fruchtstoffnachfuhr notwendigen Rohstoffe in der Erde, werden von
Laub und Moos überdeckt, gelangen unter Licht- und Wärmeabschluß und beginnen zu verrotten.
In diesem Sinne hat man auch die nachfolgenden Absonderungs-
und Ausscheidungsvorgänge zu verstehen: Bei naturrichtiger Dün-
gung gibt es wenig und nur untergeordnete Oxydationsvorgänge. Da-
her also wenig Abfall des für höhere Entwicklungszwecke Unbrauch-
baren. Edle Nahrung ergibt also wenig Exkremente. In diesem Falle
ist stete Vermehrung und laufende Qualitätssteigerung die biologische
Folge. Der Nahrungs- und Bedarfsmittelnachschub hält in der Qualität
und Quantität mit dem sich auch laufend Vermehrenden und qualitativ
Verbessernden höherer Organisationsart Schritt.
Bei gewöhnlicher Stalldüngung gibt es schon mehr warme Oxydati-
onsvorgänge, und so beginnt sich der Mangel an übergeordneten
Stoffwechselvorgängen in schwachen oder gleichbleibenden Vermeh-
rungsprodukten bemerkbar zu machen. Die Qualitätssteigerungen fal-
len bereits weg. In diesem Falle muß der Bauer froh sein, alljährlich
den gleichbleibenden Ernteertrag zu erzielen und das Fehlende muß
durch größere Anbauflächen ersetzt werden. Die Boden- und damit
die Nahrungsmittelnot beginnt sich abzuzeichnen.
Wird Kunstdünger gestreut, so entziehen die durch vernichtende
Feuereinflüsse völlig entspannten Schlackenreste dem Grundwasser
die Auf- und Antriebsstoffe. Die biologische Folge dieser gewaltsa-
men Ergänzung ist eine Scheinfruchtperiode, die Viel Materie, doch
kaum Qualitätsrücklässe deponieren kann. Also ist das Zurückgehen
des Höhenklimas, das Zurückgehen des Bodenklimas und das Zu-
rückgehen (Abfallen) des entspannten Grundwassers die wieder bio-
logische Folge. Es wächst die Not und es sinken auch mangels hoch-
wertiger Nahrung Moral und Gesundheit. Was wir also heute erleben
ist die Folge einer Arbeit, welche die naturrichtige Wandlung nicht
kennt.
Not bricht nicht nur Eisen, sondern auch die ordnenden Bande der
menschlichen Gemeinschaft. Justus von Liebig leitete den Zerfall ein.
Was wir heute erleben, ist die Folge eines verhängnisvollen Irrtums.
Vorübergehend ist er mit der Anlage von Edelkomposthaufen und
endgültig durch die erwähnten Biomaschinen zu beheben.
Starre Gesetze sind ebensowenig wie Dogmen im ewigen Wechsel-
getriebe der Natur möglich. Hier herrscht nicht nur der einfache
Wechsel, sondern der wechselnde Wechsel oder der unterschiedliche
Unterschied. Nur so können die unterschiedlichen Spannungen, die
unterschiedlichen Temperaturen und die unterschiedlichen Bewegun-
gen entstehen.
Wenn ein durch Spannungsunterschiede entstandener Lufthauch
sich durch aktive und reaktive Schwingungs- und Gegenschwin-
gungsvorgänge zu einem Wind, einem Sturm oder Orkan auswächst,
dann steigern sich logischerweise auch die erregenden Wurzel-
reaktionen. Je tiefer der wild aufbrausende Sturm die Schäfte und
Kronen der Baumriesen beugt, um so stärker sind die Reaktionen. Sie
senden entsprechend starke Reaktionsprodukte lotrecht aus, die den
unmittelbar vor seiner Entwurzelung stehenden Baum wieder auf-
richten und strecken.
Aktion und Reaktion sind darum auch bipolare Gegensätze. Je stär-
ker die erstere einwirkt, um so stärkere Nachwirkungen müssen sich
zwangsläufig ergeben.
Dreht man den Vorgang um, dann können sich die reaktiven Kräfte
durch die aktiven stärken und schließlich genügen schon ganz gering-
fügige Impulsanstöße, um elementare Reaktionsauswirkungen auszu-
lösen. Allerdings müssen dazu auch die naturrichtigen Entwicklungs-
formen, die naturgetreu kopierten Repulsatoren und Repulsinen mit
der richtigen Materialauswahl kommen. Dann genügt vielleicht schon
ein einziger Fußtritt als Anstoß, um aufschaukelnde Aktions- und Re-
aktionsausflüsse auszulösen. (Siehe die oben erwähnte dreißigprozen-
tige Quantitäts- und Qualitätsvermehrung, die ihrerseits wieder ver-
stärkte Auswirkungen hat.)
So wird es dann verständlich, daß an Stelle von Not und Elend Nah-
rungsüberschüsse entstehen, die nahezu absolute Nährfreiheit. Die
mitauflebenden Auf- und Vortriebskräfte, die urwüchsige Bewe-
gungskraft entwickelt sich so üppig, daß der naturnahe Mensch dann
tatsächlich eine hochentwickelte Geisteskraft nötig hat, um das Brem-
send im Zaume zu halten, das durchgehen würde, wenn er diese ele-
mentare Naturkraft nicht dienen und schwer arbeiten ließe.
So scheint es auf den ersten Blick paradox zu sein: Wer zu bremsen
versteht, erzielt die urwüchsige Bewegung. Wer sinnlos im Kreise
bewegt, erntet die natürliche Bremse. Wer nur reizt, erntet ein kurzfri-
stiges Strecken. Kommt dann ein Windstoß, ist es mit dem zu Ende,
dem die reaktiven Aufrichtungskräfte fehlen. Es fällt dann in sich zu-
schehen wird, wenn die irregeführte Menschheit bloß die richtigen
Vorgänge in einem naturrichtig aufgebauten Edelkomposthaufen ver-
steht. In diesem richtet sich das wieder auf, das abfallen mußte, um
sich dann erst wieder als das Vollwertige aufrichten zu können. Nichts
fällt gänzlich! Nichts geht restlos zugrunde! Nichts kann das Andere
restlos entrechten! Im Gegenteil: Je tiefer der Fall, um so höher der
reaktive Aufschwung!
Leonstein, im Juli 1945

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