Die sogenannten „Befreiung“ vom hitlerischen Nationalsozialismus, bestand darin: Deutschland durch skrupellose Gewalt und Hunger zu demoralisieren, zu entsittlichen.

Befreiung durch jahrelange Diät die mindestens 5 Millionen Deutsche nicht überlebten.

DIE AUSHUNGERUNG DEUTSCHLANDS

„Man ließ das amerikanische Volk in Unkenntnis der Tatsache, daß
man das deutsche Volk aus Rache der Verzweiflung und dem Hungertod
preisgab.“ (F. Utley)

Die Schmach, wie man das deutsche Volk in den Jahren 1945 bis
1949 erbarmungslos dem Hungertod preisgab, ohne auch nur einen
Finger zu seiner Hilfe zu rühren, wird als Denkmal amerikanischer
Christlichkeit und Humanität in die Geschichte eingehen.
Drei volle Jahre nach der bedingungslosen Unterwerfung Deutschlands
machte der Schweizer Nationalrat Rupp eine Studienreise durch
Deutschland. Er berichtete über die Lebensverhältnisse in Deutschland
im Juni 1948:

Zur gleichen Zeit betrug der Wochenlohn eines deutschen Arbeiters
in Köln 23 bis 26 Mark, in Berlin 32 Mark.
Während die deutsche Bevölkerung buchstäblich verhungerte, zogen
die Besatzungsmächte Zehntausende Tonnen Lebensmittel zum Unterhalt
ihrer Truppen aus dem Land. Frankreich schickte zu den
100 000 Mann Besatzungstruppen noch deren Familien samt Zehntausenden
Kindern nach Deutschland, die aus der deutschen Wirtschaft
ihre Lebensmittel zogen.
„In Baden-Baden, wo General König (inmitten eines verhungernden
Volkes) mit dem Pomp eines Vizekönigs von Indien residiert, leben
mehr Franzosen als Deutsche . . . Frankreich nutzt seine Zone als
Übungsplatz für seine Armee aus, und die französischen Besatzungstruppen
bringen nicht nur ihre Frauen und Kinder, Großmütter,
Tanten, Geschwister und Vettern mit. Außer diesen Menschen, die
alle auf Kosten der deutschen Wirtschaft leben, werden auch Kinder
und Kriegsverletzte zum Erholungs- und Ferienaufenthalt nach
Deutschland geschickt, wo sie mit riesigen Mengen von Milch, Butter,
Eiern und allen sonstigen Nahrungsmitteln versorgt werden müssen.
Bis 1948 waren die Deutschen in dieser Zone buchstäblich am Verhungern.
Dann erhielten sie wenigstens etwas aus den Zuteilungen
der amerikanischen ECA.“ (F. Utley, S. 282

Harry Soderbaum schreibt in seinen Lebenserinnerungen (deutsch
bei Kiepenheuer & Witsch, Köln 1957, S. 336): „In Deutschland herrschte [1946] das graue Elend . . . Hunger und Erschöpfung ließen die Deutschen nur mühselig dahinvegetieren. Man konnte kaum glauben, daß dieses verhungernde Volk einmal vor
Energie gesprüht hatte . . . Es besorgte mich tief, meine deutschen
Freunde in einem so kläglichen Zustande wiederzusehen . . . Was ich
in Deutschland sah, übertraf meine schlimmsten Erwartungen. In
jeder Familie standen die Mütter verzweifelt vor ihren leeren Kochtöpfen,
umgeben von ihren vor Hunger weinenden Kindern, und
warteten auf die Rückkehr ihrer Männer, die arbeitslos waren und
auf dem Lande ein paar Kartoffeln aufzutreiben suchten. Die Kinder
sahen entsetzlich abgemagert aus, hatten hohle Wangen, und
ihre kleinen Gesichter spiegelten die dumpfe Hoffnungslosigkeit ihrer
Mütter. Überall sah ich nur Leiden; das Schlimmste aber waren für
mich die Kinder, die Unsägliches litten . . . Die Sieger aber und selbst
viele Neutrale sahen in den deutschen Kindern nur ‚Otterngezücht‘.“
Die meisten Völker wären unter dem furchtbaren Druck der entsetzlichen
Hungersnot und der entwürdigenden Behandlung durch die Alliierten der Verzweiflung anheimgefallen; sie wären zusammengebrochen
und hätten sich aufgelöst.
Nicht so das deutsche Volk, das zu den arbeitsamsten und fleißigsten,
zu den ordnungsliebendsten und genügsamsten Völkern der
Erde gehört. Mit spartanischer Genügsamkeit und verbissenem Lebenbehauptungswillen ertrugen die Deutschen die jahrelange furchtbare
Hungersnot und die entsetzlichen Entbehrungen und arbeiteten
mit einem damals fast zwecklos erscheinenden Mut inmitten der
Trümmer der fast völlig zerstörten Städte unter dem Druck völliger
Hoffnungslosigkeit am Aufbau eines neuen Lebens.
Voll Bewunderung für die deutschen Frauen in jener furchtbaren
Zeit schreibt Freda Utley:
„Hier, inmitten von Schutt und Ruinen, inmitten eines großen Volkes,
das Krieg, Niederlage und eine demütigende Behandlung als
Verbrechernation auf ein asiatisches Existenzniveau heruntergedrückt
haben; hier, wo die Kinder zerlumpt und barfuß gehen, wo sie aus
kalten Schulräumen kommen, um in finsteren Kellerlöchern auf die
von der Arbeit heimkehrende Mutter zu warten — nach einer Arbeit,
gleich der chinesischer Kuli: Ziegel tragen, schwere Lasten tragen
und ziehen, schwere Männerarbeit verrichten — hier findet man
trotz Hunger, Entwürdigung und zermürbender Arbeit keine Verzweiflung,
keinen Nihilismus oder zynischen Defaitismus und keine
Eigensucht, sondern einen standhaften Glauben an den Wert westlicher
Kultur — zu der das Volk Kants und Goethes so wesentliche
Beiträge geleistet hatte.“

Die Basler Nachrichten veröffentlichten 1947 in Nr. 425 einen Bericht
des Schweizers Peter Dürrenmatt über seinen langjährigen Studienaufenthalt
in Deutschland, wohin er als Gastprofessor von den
Engländern eingeladen war.
„Es wird immer erklärt, Deutschland müsse zur Demokratie erzogen
werden. Wie soll je in einem Lande irgendeine demokratische Ordnung
zu wirklichem Leben kommen, in dem das Besatzungsregime
die öffentliche Moral, das Rechtsleben und die soziale Ordnung zerstört.
Es ist geradezu niederschmetternd, in welchen Sumpf man
Deutschland dadurch hineingestoßen hat, indem man es dem Verhungern
preisgibt. Wer nicht Schwarzhandel in irgendeiner Form betreibt,
ist zum Tode verurteilt. Jede Verantwortlichkeit und Moral
im öffentlichen Leben wird dadurch vernichtet. Der Beamte, der nur
von seinem Gehalte leben möchte, muß des Hungers sterben. Dabei
war früher die unbestechliche, sorgfältig und selbstlos arbeitende Verwaltung
für die Deutschen der Begriff des Staates. Der Hunger zerstört
diesen Begriff vollkommen. Aber auch die Rechtsordnung als
Grundlage der Demokratie wurde von der Besatzung vollkommen
zerstört. Noch jetzt, im vierten Jahre der Besetzung, fehlt jede Rechtsordnung
absolut. In jeder Zone kommen täglich willkürliche, gegen
jedes Völkerrecht und jedes Rechtsempfinden überhaupt verstoßende
Gewalthandlungen vor. Kein Deutscher besitzt praktisch einen wirklichen
Rechtsschutz. Wie soll in einem solchen Klima des Hungers,
der Korruption und der Rechtlosigkeit die Demokratie gedeihen?“

Bild könnte enthalten: 3 Personen
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s